Forschung

Postkarte 1850

Ausschnitt aus der ältesten Postkurskarte der Eidgenössischen Post von 1850 (Historisches Archiv und Bibliothek PTT)

 

 

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Transformationsphasen der Schweizer Verkehrsentwicklung 1750–1910. Strukturen und Prozesse der Beschleunigung

Transportrevolution oder -evolution? Dieses vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Forschungsprojekt zeichnet ein neues Bild der Vekehrsentwicklung im 18. und 19. Jahrhundert.

Das Projekt untersucht die mehrschichtigen quantitativen und qualitativen Zusammenhänge der Verkehrsentwicklung und der Verkehrsnetze im schweizerischen Mittelland (Kantone ZH, LU, SZ, ZG, AG); es wird von Dr. Thomas Frey und der Forschungsstelle von ViaStoria durchgeführt. Dabei ergeben sich inhaltlich und personell bedeutende Synergien mit dem COST-Projekt zur Entwicklung der Raumüberwindung und Raumnutzung in der Schweiz. Das Projekt ist im Jahr 2003 abgeschlossen worden.


Transportentwicklung: von der Revolution zur Evolution

Als Grundhypothese wird die Verkehrsentwicklung – im Gegensatz zum Topos der «Transportrevolution» – als prozesshafter Strukturwandel im Sinne einer «Transportevolution» verstanden, die sich durch eine fortschreitende räumliche und organisatorische Vernetzung unter interaktivem Einbezug aller Verkehrsträger auszeichnete. Die Analyse setzt ein mit dem Beginn des Kunstrassenbaus um 1750 und endet 1910, als sich in urbanen Räumen ein Massenverkehr modernen Stils etabliert hatte. Sämtliche Verkehrsarten – Strasse, Schiene, Wasser – werden miteinbezogen.

In der Durchführung des Projektes sind folgende Arbeitsschritte vorgesehen: Erstens ein Inventar der Verkehrswege, das heisst die kartografisch gestützte (GIS) Erfassung der historischen Verkehrslinien und ihrer Veränderungen, zweitens eine quantitative intermodale Bestimmung der Verkehrsgunst ausgewählter Ortschaften, die auf dem Konzept der Erreichbarkeit aufbaut, und drittens die quantitative Erhebung des Verkehrsaufkommens bestimmter Orte oder Raumteile anhand historischer Daten. Das methodische Vorgehen ist auf grösstmögliche Flexibilität und Praxisnähe ausgerichtet. Es erlaubt einen einfachen und vielseitigen Zugriff und kann in zukünftigen Forschungen zeitlich, räumlich oder datenmässig beliebig erweitert werden. Als Hauptziel möchte das Projekt anschauliche, anwendungsorientierte und räumlich differenzierte Grundlagen zum Wandel des Verkehrssystems erarbeiten, die sowohl historische wie aktuelle Bezüge erlauben.


Ihr Ansprechpartner:

Dr. Hans-Ulrich Schiedt, ViaStoria-Forschungsstelle

Tel. +41 (0)44 240 34 05, hans-ulrich.schiedt@viastoria.ch